Cuma­rin in Zimtprodukten

Anfrage nach § 27 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel, Gabor Gott­lieb, Pau­lina Rügge, Dag­mar Bahr und Dr. Ann-Kath­rin Rie­gel (SPD-Frak­tion)

Die Advents- und Weih­nachts­zeit naht – und damit auch die Zeit der zimt­hal­ti­gen Getränke und des Zimt­ge­bäcks. Viele zimt­hal­tige Lebens­mit­tel ent­hal­ten Cas­sia-Zimt, der im Ver­gleich zum Cey­lon-Zimt güns­ti­ger und zudem geschmacks­in­ten­si­ver ist. Dar­über hin­aus weist Cas­sia-Zimt jedoch auch einen höhe­ren Gehalt des natür­li­chen Aro­ma­stoffs Cuma­rin auf, der in höhe­ren Men­gen gesund­heits­schäd­lich sein kann.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die zustän­dige Fachbehörde:

1. Bestehen Grenz­werte in Bezug auf den Cuma­rin-Gehalt in Lebensmitteln?

Falls ja: In wel­cher Höhe?

Falls nein: Warum nicht?

In der euro­päi­schen Aro­men-Ver­ord­nung (VO (EG) Nr. 1334/2008) sind Höchst­men­gen für Cuma­rin in zimt­hal­ti­gen Lebens­mit­teln fest­ge­legt. So beträgt die Höchst­menge für Cuma­rin in „tra­di­tio­nel­len und/​oder sai­so­na­len Back­wa­ren, bei denen Zimt in der Kenn­zeich­nung ange­ge­ben ist“ (zum Bei­spiel Zimt­sterne), 50 mg (Mil­li­gramm) pro kg Lebens­mit­tel, und für Des­sert­spei­sen (zum Bei­spiel Milch­reis mit Zimt) 5 mg pro kg Lebens­mit­tel. Diese Höchst­men­gen sind seit Januar 2011 gültig.

2. Wird der Cuma­rin-Gehalt zimt­hal­ti­ger Lebens­mit­tel auf der Ver­pa­ckung ange­ge­ben oder gibt es eine ander­wei­tige Kenn­zeich­nung in Bezug auf den Cuma­rin-Gehalt, etwa durch die Angabe der ver­wen­de­ten Zimt-Art (Cas­sia- oder Ceylon-Zimt)?

Falls nein: Warum nicht?

Eine Kenn­zeich­nung des Gehal­tes an Cuma­rin in Lebens­mit­teln ist gesetz­lich nicht vor­ge­schrie­ben, ebenso wenig die Kenn­zeich­nung der ver­wen­de­ten Zimt­art, Cey­lon-Zimt ent­hält von Natur aus weni­ger Cuma­rin als Cas­sia-Zimt. Liegt Zimt als Pul­ver vor, ist es für Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher jedoch nicht mög­lich, Cey­lon-Zimt von Cas­sia-Zimt zu unter­schei­den. Aller­dings gibt es Pro­dukte, auf denen die Zimt­art „Cey­lon Zimt“ auf der Packung frei­wil­lig ange­ge­ben ist. Bei Zimt­stan­gen kön­nen Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher den Unter­schied unter fol­gen­der Anlei­tung erken­nen: Wäh­rend bei Cas­sia-Zimt eine rela­tiv dicke Rin­den­schicht zu einem Röll­chen ein­ge­rollt ist, ähnelt eine Cey­lon-Zimt-Stange im Quer­schnitt einer ange­schnit­te­nen Zigarre – meh­rere feine Rin­den­la­gen sind zu einer Zimt­stange gerollt, so dass ein ver­gleichs­weise eng gepack­ter Quer­schnitt resultiert.

3. Wird der Cuma­rin-Gehalt in zimt­hal­ti­gen Lebens­mit­teln unter­sucht bzw. überprüft?

a. Falls ja: In wel­cher Weise und in wel­chem Umfang wur­den Prü­fun­gen in Eims­büt­tel vorgenommen?

Ja, der Cuma­rin-Gehalt in zimt­hal­ti­gen Lebens­mit­teln wird unter­sucht bzw. über­prüft. Dies erfolgt ent­we­der im Rah­men der risi­ko­ori­en­tier­ten Plan­pro­ben oder im Rah­men einer Ver­dachts­be­pro­bung, das Unter­su­chungs­ziel dabei ist „Cuma­rin­ge­halt“. Zusätz­lich ist anzu­mer­ken, dass bei der waren­kund­li­chen Unter­su­chung von Plan­pro­ben zimt­hal­ti­ger Lebens­mit­tel mit ursprüng­lich ande­ren Unter­su­chungs­zie­len häu­fig auch eine Über­prü­fung des Cuma­rin-Gehal­tes mit ein­ge­schlos­sen ist, ohne dass diese expli­zit als Unter­su­chungs­ziel aus­ge­ge­ben wird. Fol­gende Pro­ben wur­den im Bezirk Eims­büt­tel in den letz­ten Jah­ren entnommen:

· Dezem­ber 2019: 3 Pro­ben Tee mit Zimt (Cuma­rin­ge­halt)

· Dezem­ber 2019: 3 Pro­ben Cerea­lien mit Zimt (Cuma­rin­ge­halt)

· Novem­ber 2014: 5 Pro­ben Weih­nach­ge­bäck (Cuma­rin­ge­halt)

· Dezem­ber 2014: 10 Pro­ben Weih­nachts­ge­bäck (Cuma­rin­ge­halt)

b. Falls ja: Kam es dabei zu Über­schrei­tun­gen etwai­ger Grenzwerte?

Falls ja: In wie vie­len Fäl­len und bei wel­chen Produkten?

Eine Über­schrei­tung der Höchst­menge bei denen unter der Ant­wort 3a auf­ge­führ­ter Pro­dukte ist nicht fest­ge­stellt worden.