Für mehr öffent­li­che Toi­let­ten: Kun­den-WCs im Ein­zel­han­del schaffen

Etwa 200 öffent­li­che Toi­let­ten gibt es der­zeit in Ham­burg, ein Groß­teil davon befin­det sich in der Zustän­dig­keit der Stadt­rei­ni­gung Ham­burg. Die vor­han­de­nen Toi­let­ten­an­la­gen stel­len auch im Bezirk Eims­büt­tel eine grund­sätz­li­che Abde­ckung sicher. Doch wer ein­mal unter­wegs auf eine Toi­lette ange­wie­sen war, der weiß: Öffent­li­che Toi­let­ten sind ein wich­ti­ger Ser­vice und je mehr es von ihnen gibt, desto besser.

Dies gilt mehr denn je in einer älter wer­den­den Gesell­schaft, denn gerade von Senio­rin­nen und Senio­ren wird viel­fach der Ruf nach zusätz­li­chen öffent­li­chen Toi­let­ten laut. Glei­ches gilt für Fami­lien, die eben­falls ein sol­ches Ange­bot, bevor­zugt ergänzt durch eine Wickel­mög­lich­keit, benö­ti­gen. Die Bezirks­ver­samm­lung setzt sich daher für den Aus­bau des Ange­bots an öffent­li­chen Toi­let­ten ein, jüngs­tes Bei­spiel ist die aktu­ell noch feh­lende Anlage an der Osterstraße.

Zusätz­lich zu den im öffent­li­chen Raum vor­han­de­nen Anla­gen gilt es jedoch, wei­tere Poten­ziale zu nut­zen und dabei auch den Ein­zel­han­del, z.B. grö­ßere Super­märkte, ein­zu­be­zie­hen. In Ber­lin bei­spiels­weise gilt seit 2016 eine Rege­lung in der Bau­ord­nung, dass in (neu- oder umge­bau­ten) Ein­zel­han­dels­ge­schäf­ten mit einer Ver­kaufs­flä­che grö­ßer als 400 Qua­drat­me­ter eine öffent­lich zugäng­li­che (Kun­din­nen- und Kunden-)Toilette ver­pflich­tend ange­bo­ten wer­den muss.

Eine ver­gleich­bare Rege­lung, wel­che zugleich die Anfor­de­run­gen des Han­dels sowie den Kom­fort für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger berück­sich­tigt, ist auch für Ham­burg bzw. Eims­büt­tel wün­schens­wert, um das Ange­bot an nutz­ba­ren Toi­let­ten zu vergrößern.

Peti­tum

Der Vor­sit­zende der Bezirks­ver­samm­lung wird gebe­ten, sich bei der Behörde für Stadt­ent­wick­lung und Woh­nen dafür ein­zu­set­zen, dass in der Ham­bur­gi­schen Bau­ord­nung (HBauO) die Vor­aus­set­zun­gen dafür geschaf­fen wer­den, das Ange­bot an öffent­lich zugäng­li­chen Toi­let­ten – bei­spiels­weise im Ein­zel­han­del – zu erwei­tern. Dazu soll bei einer Novelle der HBauO eine Rege­lung auf­ge­nom­men wer­den, die für grö­ßere Einrichtungen/​Geschäften die Pflicht zur Vor­hal­tung einer Toi­lette vorsieht.

Gabor Gott­lieb und SPD-Fraktion