Info­ta­feln zu Fanny Men­dels­sohn, Else Rauch und Rosa Luxemburg

Mit dem Fanny Men­dels­sohn-Platz, dem Else Rauch-Platz und dem Rosa Luxem­burg-Gar­ten sind in Eims­büt­tel drei Orte nach Frauen benannt, die in ihren Zei­ten auf ganz unter­schied­li­che Weise gewirkt haben. Fanny Men­dels­sohn (1805–1847) hatte, wie ihr Bru­der Felix Men­dels­sohn Bar­tholdy, eine außer­or­dent­li­che musi­ka­li­sche Bega­bung und war eine Kom­po­nis­tin, die ihre Talente jedoch auf­grund des Drucks ihrer Fami­lie nicht zum Beruf machen konnte. Else Rauch (1888–1942) lehrte an der Volks­schule für Kna­ben in der Lut­teroth­straße. 1933 wurde sie aus ras­sis­ti­schen Grün­den zwangs­pen­sio­niert, 1942 depor­tiert und ermor­det. Rosa Luxem­burg (1871–1919) als bekannte Ver­tre­te­rin der sozia­lis­ti­schen Arbei­ter­be­we­gung enga­gierte sich u.a. für Frau­en­rechte, gegen Mili­ta­ris­mus und Natio­na­lis­mus. Sie wurde auf­grund ihrer poli­ti­schen Akti­vi­tä­ten von rechts­na­tio­na­len Offi­zie­ren ermordet.

Lei­der ist gemein­hin nur wenig über die außer­ge­wöhn­li­chen Lebens­wege die­ser drei Frauen bekannt, deren jüdi­sche Wur­zeln mit­be­stim­mend für ihr Lebens­schick­sal war. Info­ta­feln an den drei Orten könn­ten Infor­ma­tio­nen zu den Bio­gra­phien bie­ten. Am Rosa Luxem­burg-Gar­ten wurde bereits vor eini­gen Jah­ren eine Schau­ta­fel auf­ge­stellt, die einer Erneue­rung bedarf, deren Text von dem His­to­ri­ker Fran­k­lin Kopitzsch aber erhal­ten blei­ben sollte. Am Fanny Men­dels­sohn-Platz und am Else Rauch-Platz wären Tafeln nach die­sem Vor­bild und dann alle in glei­cher Aus­stat­tung wün­schens­wert. Die Texte soll­ten im Aus­schuss für Kul­tur und Inte­gra­tion, mög­lich­weise in Zusam­men­ar­beit mit exter­nen Per­so­nen oder Ein­rich­tun­gen (z.B. Musik­hoch­schule, Else-Rauch-Schule, Geschichts­werk­stät­ten) erar­bei­tet werden.

Peti­tum

  1. Die Bezirks­ver­samm­lung spricht sich dafür aus, Info­ta­feln am Else Rauch-Platz und am Fanny Men­dels­sohn-Platz, die über das Leben der Namens­ge­be­rin­nen infor­mie­ren, auf­zu­stel­len und die Info­ta­fel am Rosa Luxem­burg-Gar­ten zu erneu­ern. Die Texte sol­len in Abstim­mung mit dem Aus­schuss für Kul­tur und Inte­gra­tion erar­bei­tet werden.
  2. Die Bezirks­ver­samm­lung stellt für Info­ta­feln am Else Rauch-Platz und am Fanny Men­dels­sohn-Platz sowie die Erneue­rung der Info­ta­fel im Rosa Luxem­burg-Gar­ten Son­der­mit­tel in Höhe von bis zu 1.500,- Euro pro Schild zur Verfügung.
  3. Der Bezirks­amts­lei­ter wird gebe­ten, im Anschluss dafür Sorge zu tra­gen, dass die drei Info­ta­feln auf­ge­stellt werden.

Anne Schum, Mecht­hild Führ­baum und SPD-Fraktion
Ste­fa­nie Kön­ne­cke, Gabriela Küll und GRÜNE-Fraktion