Hamburg steht im Wettbewerb der Metropolregionen um Talente, Innovationen und technologieorientierte Unternehmensgründungen. Universitäten spielen dabei eine Schlüsselrolle. Die Universität Hamburg verfügt über ein erhebliches Potenzial für Ausgründungen – dieses wird jedoch räumlich und strukturell bislang nicht gleichmäßig ausgeschöpft.
Während sich sowohl bei der Technischen Universität Hamburg mit dem Start-up-Angebot „startup port“ als auch im Umfeld des Campus Bahrenfeld mit den Start-up Labs unter Einbindung des DESY jeweils leistungsfähige Gründungsökosysteme entwickelt haben, fehlt am zentralen Universitätsstandort rund um die Bundesstraße bislang ein vergleichbares Angebot. Gerade hier konzentrieren sich jedoch mit Klimarechenzentrum, Geowissenschaften, Mathematik sowie perspektivisch Informatik zentrale Zukunftsfelder.
Diese Lücke ist nicht nur ein strukturelles Defizit, sondern auch eine verpasste Chance für den Innovationsstandort Eimsbüttel. Ohne geeignete Räume, Netzwerke und Unterstützungsstrukturen bleiben viele Gründungsideen ungenutzt oder wandern in andere Städte ab.
Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen in Hamburg zuletzt deutlich verbessert. Mit der Impossible Founders gGmbH ist eine neue, schlagkräftige Initiative entstanden, die gezielt technologieorientierte Gründungen unterstützt. Auch die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) bietet zentrale Anknüpfungspunkte für die Entwicklung eines solchen Standorts.
Am Campus Bundesstraße bestehen sowohl auf dem Universitätsgelände als auch im unmittelbaren Umfeld konkrete Flächenpotenziale. Diese bieten die Chance, zeitnah ein sichtbares und wirksames Gründungszentrum aufzubauen und damit ein klares Signal für Innovation, Transfer und wirtschaftliche Dynamik im Bezirk zu setzen.
Jetzt gilt es, diese Potenziale aktiv zu heben und die relevanten Akteure an einen Tisch zu bringen.
Petitum/Beschluss:
Der Bezirksamtsleiter wird gebeten,
- Gespräche mit der Universität Hamburg, der Impossible Founders gGmbH, einem Vertreter der Start-up Labs Hamburg GmbH sowie der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) aufzunehmen, um die konkrete Einrichtung eines Gründungszentrums am Campus Bundesstraße voranzubringen,
- dabei gezielt geeignete Flächen auf dem Campus Bundesstraße sowie im unmittelbaren Umfeld zu identifizieren und auf ihre kurzfristige Nutzbarkeit zu prüfen,
- konkrete Finanzierungsmöglichkeiten zu identifizieren und darzulegen,
- sowie der Bezirksversammlung zeitnah über die Ergebnisse der Gespräche zu berichten und Vorschläge für die weitere Umsetzung zu unterbreiten.
Gabor Gottlieb und SPD Fraktion
Juliane Papendorf und GRÜNE-Fraktion