Grund­stücks­wert im Lok­s­ted­ter Zentrum

Anfrage nach § 27 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Rüdi­ger Rust, Jutta Sei­fert, Hans-Die­ter Ewe und Mecht­hild Führ­baum (SPD-Frak­tion)

Sach­ver­halt Das Deut­sche Rote Kreuz (DRK) plant seit eini­gen Jah­ren, seine Zen­trale am Stand­ort Behr­mann­platz auf­zu­ge­ben und das 13.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter große Grund­stück zu ver­kau­fen. Zu die­sem Zweck wur­den bereits über meh­rere Monate hin­weg Ver­hand­lun­gen zwi­schen dem DRK, dem städ­ti­schen Woh­nungs­bau­un­ter­neh­men SAGA/GWG und dem Bezirks­amt Eims­büt­tel geführt. Diese Ver­hand­lun­gen sind im Januar 2012 auf­grund unter­schied­li­cher Preis­vor­stel­lun­gen geschei­tert. Medi­en­be­rich­ten zufolge for­derte das DRK neun Mil­lio­nen Euro für das Grund­stück, wäh­rend die SAGA/GWG sechs Mil­lio­nen Euro bot.

Neben dem oben genann­ten Bebau­ungs­plan­ge­biet (B‑Plangebiet) gibt es wei­tere in Lok­s­tedt, die in unmit­tel­ba­rer Nähe zum Behr­mann­platz lie­gen. Zu nen­nen sind hier unter ande­rem der B‑Plan-Ent­wurf Lok­s­tedt 60 (Sie­mers­platz und Flä­chen nörd­lich der Oster­feld­straße) sowie der der­zeit ruhende B‑Plan-Ent­wurf Lok­s­tedt 55 (süd­lich der Straße Feldhoopstücken).

Vor dem Hin­ter­grund der geschei­ter­ten Ver­hand­lun­gen wäre es inter­es­sant zu wis­sen, wie hoch die Boden­richt- und Grund­stücks­werte für die oben genann­ten Berei­che in Lok­s­tedt nach ihrer der­zei­ti­gen Aus­wei­sung im Durch­schnitt sind. Auf Grund­lage die­ser Infor­ma­tio­nen wäre eine ver­bes­serte Ein­schät­zung der Preis­ent­wick­lun­gen im Lok­s­ted­ter Zen­trum möglich.

Dies vor­aus­ge­schickt, fra­gen wir die zustän­dige Fachbehörde:

1) Wie sind die oben genann­ten B‑Plangebiete Lok­s­tedt 61, Lok­s­tedt 60 und Lok­s­tedt 55 jeweils ausgewiesen?

Lok­s­tedt 61:
Der­zei­ti­ges Plan­recht Lok­s­tedt 13 vom 03.März 1970
Aus­wei­sung: „Deut­sches Rotes Kreuz, Geschoss­flä­chen­zahl (GFZ) 0,6, Trauf­höhe 10 m“.
Nörd­lich angren­zend: „Ham­bur­ger Was­ser­werke GmbH, GFZ 0,6, Trauf­höhe 10 m“

Lok­s­tedt 60:
Über­wie­gend Bau­stu­fen­plan Nien­dorf-Lok­s­tedt-Schnel­sen vom 14. Januar 1955: W 2 o,
Teil­be­bau­ungs­plan 440 vom 07. Mai 1957(nur Teil­flä­che): Straßenverkehrsflächen.
Lok­s­tedt 23 vom 05. Novem­ber 1973 nur nord­öst­li­cher Sie­mers­platz: WA 8 g

Lok­s­tedt 55:
Lok­s­tedt 37 vom 21. Juli 1981: Markt­flä­che und Park­an­lage FHH

2) In wel­chem Pla­nungs­sta­dium befin­den sich die oben genann­ten B‑Pläne jeweils aktuell?

Lok­s­tedt 61:
Die Grob­ab­stim­mung fand am 04. Juni 2010 statt.

Lok­s­tedt 60:
Der soge­nannte Arbeits­kreis II nach öffent­li­cher Aus­le­gung des Plans fand am 02. Sep­tem­ber 2011 statt.

Lok­s­tedt 55:
Der Arbeits­kreis II war am 10. Okto­ber 2008

3) Wie hoch sind die jewei­li­gen Boden­richt­werte für die oben genann­ten Plan­ge­biete nach ihrer der­zei­ti­gen Ausweisung?

Boden­richt­werte für Gemein­be­darf bzw. gemein­be­darfs­ähn­li­che Nut­zun­gen gibt es nicht. Bei einem Ein­ver­neh­men über die Auf­gabe der­ar­ti­ger Nut­zun­gen, bil­den die Boden­richt­werte der Umge­bung mit unter­stell­ter bau­li­cher Aus­nut­zung und der jewei­li­gen pla­ne­ri­schen Fest­set­zung wie bei­spiel­haft WR, WA oder MK die Grund­lage für eine Bewer­tung. So wäre für den Bereich des DRK Grund­stücks (Lok­s­tedt 61) ein Richt­wert für WR 1(reines Wohn­ge­biet GFZ 1,0) mit 514 €/​m² auf­zu­ru­fen. Für den Bereich Lok­s­tedt 60 gibt es nur den Richt­wert WA (All­ge­mei­nes Wohn­ge­biet mit Gewerbe im Erd­ge­schoss). Bei einer GFZ von 1,2 ergibt sich Boden­richt­wert von 563 €/​m². Für den Bereich Lok­s­tedt 55 wird ein Boden­wert für WR 0,6 mit 326 €/​m² ange­nom­men. Die jewei­li­gen Boden­richt­werte gel­ten für voll erschlos­sene Grund­stü­cke mit nor­ma­len Untergrundverhältnissen.

4) Wie hoch sind die jewei­li­gen Grund­stücks­werte für die oben genann­ten Plan­ge­biete nach ihrer der­zei­ti­gen Ausweisung?

Bei dem über­wie­gen­den Teil der Grund­stü­cke ent­ste­hen erheb­li­che Frei­ma­chungs- und Erschlie­ßungs­kos­ten, um eine Nut­zungs­än­de­rung zu ermög­li­chen. Diese Kos­ten sind im Detail nicht bekannt. Dadurch ist zum gegen­wär­ti­gen Zeit­punkt eine Bewer­tung der jeweils von der Plan­än­de­rung betrof­fe­nen Grund­stü­cke nicht möglich.