Insek­ten­freund­li­che Beleuch­tung im öffent­li­chen Raum

Anfrage nach § 27 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel, Janina Sat­zer, Pau­lina Rügge und Annika Urban­ski (SPD-Frak­tion)

Die Behörde für Wirt­schaft, Ver­kehr und Inno­va­tion (BWVI) beant­wor­tet die Fra­gen im Rah­men der Zustän­dig­keit für die öffent­li­che Beleuch­tung.

Sach­ver­halt

Stra­ßen­la­ter­nen und andere künst­li­che Licht­quel­len über­strah­len auf­grund ihrer deut­lich grö­ße­ren Beleuch­tungs­stärke natür­li­che Licht­quel­len und locken so viele Insek­ten­ar­ten an. Diese unspe­zi­fi­sche Anlock­wir­kung birgt für Insek­ten Gefah­ren. So wer­den sie durch Auf­prall, Hit­ze­ein­wir­kung, gestei­gerte Flug­ak­ti­vi­tät und unna­tür­lich ver­län­gerte Akti­vi­täts­zei­ten getö­tet oder in ihrer Fort­pflan­zung behin­dert. Das so her­vor­ge­ru­fene Insek­ten­ster­ben macht unsere Stadt arten­är­mer. Infol­ge­des­sen kommt es zu einer Stö­rung des öko­lo­gi­schen Nah­rungs­ge­fü­ges, wodurch die Fauna labi­ler und anfäl­li­ger gegen Schäd­linge und Mas­sen­ver­meh­run­gen weni­ger Arten wird. Das Aus­maß des Insek­ten­ster­bens durch Licht­emis­sio­nen ist schwer zu bezif­fern. Schät­zun­gen rei­chen von eini­gen hun­dert Mil­li­ar­den bis zu 150 Bil­lio­nen Insek­ten, die jähr­lich an Stra­ßen­la­ter­nen in Deutsch­land ver­en­den.

Die Anzie­hungs­kraft von Leucht­mit­teln auf Insek­ten hängt vor allem vom emit­tier­ten Licht­spek­trum (Wel­len­länge des Lichts) sowie dem Kon­trast zur Umge­bungs­hel­lig­keit ab. Um die Anlock­wir­kung auf Insek­ten so gering wie mög­lich zu hal­ten, soll­ten des­halb Leucht­mit­tel mit mög­lichst nied­ri­gem Licht­spek­trum ein­ge­setzt wer­den. Dies ist bei Leucht­mit­teln mit gerin­gem Ultra­vio­lett- und Blau­an­teil im Licht­spek­trum der Fall.

Anfor­de­run­gen an Leucht­mit­tel im öffent­li­chen Raum sind neben den Aus­wir­kun­gen auf Insek­ten vor allem Ener­gie­ef­fi­zi­enz, Wirt­schaft­lich­keit sowie Blend­frei­heit. Stu­dien zufolge wer­den Natri­um­dampf­hoch­druck- und ‑Nie­der­druck­lam­pen sowie LED-Lam­pen die­sen Anfor­de­run­gen am bes­ten gerecht.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Behörde für Umwelt und Ener­gie:

1. Wie bewer­tet die Behörde die vor­han­dene Beleuch­tung im öffent­li­chen Raum in Eims­büt­tel in Bezug auf ihre Umwelt- und ins­be­son­dere Insek­ten­freund­lich­keit?

2. Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es zur­zeit für den Ein­satz einer beson­ders insek­ten­freund­li­chen Beleuch­tung im öffent­li­chen Raum in Eims­büt­tel?

3. Gibt es sei­tens der Behörde Pla­nun­gen für eine Ver­bes­se­rung bzw. einen Ein­satz inno­va­ti­ver Leucht­mit­tel? Wenn ja, wel­che und wann ist mit einer Vor­stel­lung in den bezirk­li­chen Gre­mien bzw. einer Umset­zung zu rech­nen?

Die öffent­li­che Beleuch­tung in der Freien und Han­se­stadt Ham­burg wird aus fach­li­cher Sicht ins­ge­samt als insek­ten­ver­träg­lich bewer­tet, wobei sich der Arten­schutz nicht nur auf Insek­ten bezieht, son­dern auch Erkennt­nisse über andere Arten berück­sich­tigt. Diese Anfor­de­rung wird kon­ti­nu­ier­lich durch geeig­nete Maß­nah­men erfüllt. Dazu gehört, dass die Licht­farbe gene­rell 3.000 Kel­vin beträgt, im Zuge der tech­ni­schen Ent­wick­lung nun­mehr LED-Leuch­ten mit gerin­gem Blau­an­teil, sowie in leis­tungs­star­ken Leuch­ten vor­zugs­weise Natri­um­dampf­lam­pen ein­ge­setzt wer­den. Das Ergeb­nis hat dabei in der Regel meh­rere Wir­kungs­fel­der: Sei es die Insek­ten­ver­träg­lich­keit, die Redu­zie­rung der Licht­im­mis­sion, die Ener­gie­ein­spa­rung, die Kos­ten­sen­kung oder gar ein gegen­läu­fi­ges Ziel mit den Aspek­ten der Sicher­heit. Wege in Grün­an­la­gen wer­den gene­rell nur nach sorg­fäl­ti­ger Abwä­gung und nur in Aus­nah­me­fäl­len beleuch­tet. Ins­ge­samt wird dar­auf geach­tet eine Über­di­men­sio­nie­rung der Beleuch­tung in Ham­burg grund­sätz­lich zu ver­mei­den.

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