Kin­des­miss­hand­lung – Gemel­dete Fälle in Eimsbüttel

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Ger­lind Böwer, Hans-Die­ter Ewe und Gabor Gott­lieb (SPD-Frak­tion)

Sach­ver­halt Exper­ten schät­zen die Dun­kel­zif­fer der Kin­des­miss­hand­lun­gen in Deutsch­land jedes Jahr auf ein Viel­fa­ches der tat­säch­lich zur Anzeige gebrach­ten Fälle. Eine Schwie­rig­keit war lange, dass jene Berufs­grup­pen, die die Spu­ren am ehes­ten wahr­neh­men (Kin­der- und Haus­ärzte, Sozi­al­päd­ago­gen u.a.), durch ihre Schwei­ge­pflicht an einer Anzeige gehin­dert waren.

Daher wurde 2011 das neue Bun­des­kin­der­schutz­ge­setz beschlos­sen, das am 1. Januar 2012 in Kraft trat. Es lockert die Schwei­ge­pflicht die­ser Berufs­grup­pen und ermög­licht es Ihnen, bei Gefähr­dung des Kin­des­wohls unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen das Jugend­amt zu ver­stän­di­gen (Arti­kel 1 § 4 Abs. 3). Somit sollte die Zusam­men­ar­beit mit den Ämtern erleich­tert und der Schutz der Kin­der gegen Gewalt und Miss­hand­lun­gen ver­bes­sert werden.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir den Bezirksamtsleiter:

1. Wie viele Mel­dun­gen von Kin­des­miss­hand­lun­gen gab es im Bezirk Eims­büt­tel vor der Ein­füh­rung des neuen Kin­der­schutz­ge­set­zes in den Jah­ren 2010 und 2011 jeweils?

2. Wie viele Mel­dun­gen von Kin­des­miss­hand­lun­gen gab es im Bezirk Eims­büt­tel nach der Ein­füh­rung des neuen Kin­der­schutz­ge­set­zes im Jahr 2012 und im ers­ten Halb­jahr 2013 jeweils?

zu Frage 1 und 2: Der ASD erhält Infor­ma­tio­nen zum Ver­dacht auf Kin­des­wohl­ge­fähr­dun­gen, diese umfas­sen mehr als den Ver­dacht zu Kin­des­miss­hand­lun­gen. Fol­gende Gefähr­dungs­hin­ter­gründe wer­den unterschieden:
Ver­nach­läs­si­gung, Kör­per­li­che Miss­hand­lung, See­li­sche Gefähr­dung, Sucht (auch der Eltern), Delin­quenz (auch der Eltern), Erwach­se­nen­kon­flikte (ins­bes. häusl. Gewalt), Bezie­hungs- und Auto­no­mie­kon­flikte, Vernachlässigung.

Ver­dachts­mel­dun­gen

3. Ist es erfasst, wel­che Berufs­grup­pen diese Fälle gemel­det haben? Wenn ja, bitte jeweils aufschlüsseln.

Die Zah­len wer­den nicht nach Berufs­grup­pen ausgewertet.

4. Wie hat sich die neue Rege­lung aus Sicht des Bezirks­am­tes bewährt?

Die neue Rege­lung hat sich bewährt, da die ver­schie­de­nen Adres­sa­ten die Mög­lich­kei­ten, die nach­fol­gend dar­ge­stellt wer­den, inten­siv nut­zen: Das neue Bun­des­kin­der­schutz­ge­setz ist kein Mel­de­ge­setz, son­dern ein Gesetz zur
Koope­ra­tion und Kom­mu­ni­ka­tion im Kin­der­schutz (KKG). Im § 4 KKG wird ein Ver­fah­ren beschrie­ben wie der Schutz­auf­trag von Berufs­ge­heim­nis­trä­ge­rin­nen und ‑trä­gern wahr­ge­nom­men wer­den sollte. Die Infor­ma­tion an das Jugend­amt ist nur für die Fälle vor­ge­se­hen, wo ange­bo­tene Hil­fen nicht aus­rei­chen oder es um eine akute drin­gende Gefahr geht. Die Berufs­ge­heim­nis­trä­ge­rin­nen und ‑trä­ger haben hier­bei einen Anspruch auf Beratung.

In Eims­büt­tel hat es diverse Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen für die ver­schie­de­nen Berufs­grup­pen gege­ben. Der­zeit fin­det in Koope­ra­tion von Kin­der­schutz­zen­trum, ReBBZ und Kin­der­schutz­ko­or­di­na­tion eine 1 ½ jäh­rige Qua­li­fi­ka­tion für Bera­tungs­leh­re­rin­nen und –leh­rer der Grund­schu­len statt. Diese wird im Anschluss auch für die wei­ter­füh­ren­den Schu­len ange­bo­ten werden.

Im Bereich der „frü­hen Hil­fen“ gibt es ein kon­ti­nu­ier­li­ches Fall­be­ra­tungs­an­ge­bot für Berufs­ge­heim­nis­trä­ge­rin­nen und –trä­ger der Gesund­heits­hilfe. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Fach­am­tes SG wur­den eben­falls zu den neuen Anfor­de­run­gen im Kin­der­schutz informiert.

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