Län­gere Grün­zei­ten an LZA für beson­ders bewe­gungs­ein­ge­schränkte Fuß­gän­ger, hier: Mög­lich­kei­ten einer indi­vi­du­el­len Verbesserung

Anfrage der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Peter Schrei­ber, Jutta Sei­fert, Wolf­gang Düvel, Hans-Die­ter Ewe, Han­ne­lore Kös­ter und Koo­rosh Armi (SPD-Frak­tion)

Sach­ver­halt Die Grün­zei­ten für Fuß­gän­ger an LZA sind und wer­den mög­lichst so bemes­sen, dass ein Fuß­gän­ger, wenn er in der 1. Grün­se­kunde star­tet und sich mit einer nor­ma­len Geh­ge­schwin­dig­keit bewegt, im Regel­fall noch in der letz­ten Grün­se­kunde die andere Fahr­bahn­seite erreicht. Für Fuß­gän­ger die in der letz­ten Grün­se­kunde star­ten, reicht die soge­nannte Räum­zeit (Zwi­schen­zeit bis der Fahr­ver­kehr Grün erhält), um auch noch sicher die andere Fahr­bahn­rand­seite zu erreichen.

Vor dem Hin­ter­grund, dass ins­be­son­dere stark bewe­gungs­ein­ge­schränkte Per­so­nen gerade bei knapp bemes­se­nen oder mit mini­mal ver­sorg­ten Grün­zei­ten für Fuß­gän­ger an LZA keine sichere Que­rungs­zeit haben, fra­gen wir die zustän­dige Fachbehörde:

1. Gibt es Über­le­gun­gen und Kon­zepte, die Situa­tion zu ver­bes­sern, z.B. mit Ein­satz von Trans­pon­dern, die mit dem indi­vi­du­ell ermit­tel­ten Grün­zeit­be­darf von so ein­ge­schränk­ten Per­so­nen pro­gram­miert sind und die damit „bestimmte, vor­her fest­ge­legte“ LZA beein­flus­sen können?

a) Wenn nein, warum nicht?

Zu 1. und 1.a):
Nein. Die Belange mobi­li­täts­ein­ge­schränk­ter Per­so­nen wer­den bereits heute über das erfor­der­li­che Min­dest­maß hin­aus berück­sich­tigt. Die einem Fuß­gän­ger zum Über­que­ren einer Fahr­bahn zur Ver­fü­gung ste­hende Zeit setzt sich aus der Grün- und der Räum­zeit zusam­men (Räum­zeit: Zeit­spanne zwi­schen Grü­nende für Fuß­gän­ger und Grün­be­ginn des Fahr­zeug­ver­kehrs). Bemes­sungs­kri­te­rien für die Grün- und Räum­zei­ten von Fuß­gän­gern sind die Geo­me­trie der Kreu­zung (Länge der zurück­zu­le­gen­den Wege) und die anzu­set­zen­den Geschwin­dig­kei­ten für Fuß­gän­ger, Rad­fah­rer und den Kfz-Ver­kehr. Gemäß der bun­des­weit ein­ge­führ­ten Richt­li­nie für Licht­si­gnal­an­la­gen soll die Räum­zeit für Fuß­gän­ger mit einer Räum­ge­schwin­dig­keit von 1,2 m/​s (4,3 km/​h) bis höchs­tens 1,5 m/​s (5,4 km/​h) in Rela­tion zum Fahr­bahn­quer­schnitt errech­net wer­den. In Ham­burg wird zur Berech­nung der Räum­zeit im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Städ­ten grund­sätz­lich eine Geh­ge­schwin­dig­keit von 1,2 m/​s (4,3 km/​h) ange­setzt. Diese wird auch von lang­sam gehen­den Fuß­gän­gern erreicht. In Kom­bi­na­tion mit der Grün­zeit ergibt sich für Fuß­gän­ger genug Zeit, die Fahr­bahn sicher zu über­que­ren. Der Fuß­gän­ger kann die Fahr­bahn bei Grün betre­ten und diese nach Grü­nende (wäh­rend der Räum­zeit) unge­fähr­det wie­der ver­las­sen – auch wenn die Fuß­gän­ger­si­gnal­ge­ber bereits wie­der Rot­licht zeigen.

Die Mög­lich­keit, bei­spiels­weise durch Aus­gabe von Trans­pon­dern, indi­vi­du­elle Grün­zei­ten abzu­for­dern setzt zudem eine ent­spre­chend fle­xi­ble und kos­ten­in­ten­sive Pro­gram­mie­rung aller Licht­si­gnal­an­la­gen vor­aus, an denen der Trans­pon­der zum Ein­satz kom­men soll. Pra­xis­er­fah­run­gen über die Aus­gabe von Trans­pon­dern an Pri­vat­per­so­nen aus ande­ren Städ­ten lie­gen dem Lan­des­be­trieb für Stra­ßen, Brü­cken und Gewäs­ser nicht vor. Die tech­ni­sche Ent­wick­lung wird jedoch gemein­sam mit den Orga­ni­sa­tio­nen der Betrof­fe­nen wei­ter beob­ach­tet werden.

b) Wenn ja, wo ist so etwas rea­li­siert und wel­che Erfah­run­gen wur­den damit gemacht?

Zu 1.b):
Entfällt.

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