Neues Gäs­te­haus der Uni­ver­si­tät Ham­burg für inter­na­tio­nale Wis­sen­schaft­ler

Anfrage nach § 27 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel, Gabor Gott­lieb, Pau­lina Rügge, Janina Sat­zer und Moritz Alt­ner (SPD-Frak­tion)

Die Anfrage wird – von der Behörde für Wis­sen­schaft, For­schung und Gleich­stel­lung – wie folgt beant­wor­tet:

Sach­ver­halt
Vor dem Hin­ter­grund des gro­ßen inter­na­tio­na­len Zuspruchs plant die Uni­ver­si­tät Ham­burg den Bau eines neuen Gäs­te­hau­ses in der Feld­brun­nen­straße in Rother­baum. Damit will die Uni­ver­si­tät ihren inter­na­tio­na­len Stu­die­ren­den, Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den sowie Dozen­tin­nen und Dozen­ten ein attrak­ti­ves For­schungs­um­feld bie­ten. Die bei­den bestehen­den Gäs­te­häu­ser der Uni­ver­si­tät bie­ten dafür keine aus­rei­chen­den Kapa­zi­tä­ten (Rothen­baum­chaus­see mit rund 50 Apart­ments und Rent­zel­straße mit 24 Ein­hei­ten). Zudem ste­hen dort nur klei­nere Apart­ments für Ein­zel­per­so­nen zur Ver­fü­gung, die heu­ti­gen Ansprü­chen zur Fami­li­en­freund­lich­keit nicht gerecht wer­den.

Gerade vor dem Hin­ter­grund des ange­spann­ten Woh­nungs­mark­tes im belieb­ten Uni­vier­tel ist es auch woh­nungs­po­li­tisch ange­zeigt, den inter­na­tio­na­len Gäs­ten geson­der­ten – für ihre Bedürf­nisse zuge­schnit­te­nen (insb. möblier­ten) Wohn­raum zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Das neue Gäs­te­haus soll laut Pla­nung mit einer Nutz­flä­che von 3.000 m² auf über­wie­gend unbe­bau­ten Flä­chen des Cam­pus Sport­wis­sen­schaf­ten ent­ste­hen, in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zum Chi­ne­si­schen Tee­haus und dem MARKK. Dazu hat die Uni­ver­si­tät 2015 einen Rea­li­sie­rungs­wett­be­werb mit 12 Teil­neh­mern (Pla­nungs­bü­ros) durch­ge­führt, bei dem der Ent­wurf eines Schwei­zer Archi­tek­tur­bü­ros (Buch­ner Bründ­ler Archi­tek­ten) den ers­ten Preis erhielt. Der Ent­wurf der „Inter­na­tio­nal Lodge“ sieht ein hohes acht­stö­cki­ges Back­stein­ge­bäude vor, wel­ches Platz für ca. 65 Apart­ments bie­ten soll.

Auf­grund der zwar kom­pak­ten, aber im Ver­gleich zur Nach­bar­be­bau­ung sehr hohen Bebau­ung und der damit ver­bun­de­nen Ände­rung des weit­ge­hend von denk­mal­ge­schütz­ten Bau­ten gepräg­ten Gebiets hat die Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel zur bes­se­ren Betei­li­gung der Nach­bar­schaft um eine öffent­li­che Vor­stel­lung des Vor­ha­bens in den ent­spre­chen­den Gre­mien gebe­ten. Der Ent­wurf wurde dar­auf­hin im Sep­tem­ber 2016 im Kern­ge­biets­aus­schuss der Bezirks­ver­samm­lung vor­ge­stellt und dort wohl­wol­lend zur Kennt­nis genom­men.

Die vor­ge­stellte Pla­nung der Uni­ver­si­tät Ham­burg sah wei­ter­hin vor, dass der Bau im Jahr 2017 begin­nen sollte und 2019 eröff­net wer­den sollte. Bis heute haben jedoch keine Bau­ar­bei­ten auf der vor­ge­se­he­nen Flä­che statt­ge­fun­den.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die Behörde für Wis­sen­schaft, For­schung und Gleich­stel­lung:

1. Wird der Bau des Uni-Gäs­te­hau­ses an der Feld­brun­nen­straße aktu­ell noch ver­folgt?
Die Behörde für Wis­sen­schaft, For­schung und Gleich­stel­lung strebt die Zustim­mung der Bür­ger­schaft zu dem Vor­ha­ben in die­ser Legis­la­tur­pe­ri­ode an.

2. Wie ist der der­zei­tige Stand des Vor­ha­bens?
Für den Neu­bau lie­gen eine Kos­ten­be­rech­nung und eine Bau­ge­neh­mi­gung vor.

3. Hat sich seit der Vor­stel­lung der Pla­nun­gen im Kern­ge­biets­aus­schuss im Sep­tem­ber 2016 etwas an der Pla­nung ver­än­dert?
Wenn ja, was?

Nein. Die Pla­nung für das Gebäude hat sich nicht geän­dert.

4. Wann ist mit einem Bau­be­ginn zu rech­nen? Wann mit der Fer­tig­stel­lung?
Die Beauf­tra­gung der wei­te­ren Pla­nun­gen zur Vor­be­rei­tung des Bau­be­ginns kann erst nach der Zustim­mung der Bür­ger­schaft erfol­gen. Für die Bau­zeit des Gäs­te­hau­ses wer­den bis zu zwei Jahre ange­nom­men.

5. Aus wel­chen Grün­den hat sich die ursprüng­li­che Zeit­pla­nung ver­zö­gert?
Die ers­ten gro­ben Annah­men zur Zeit­pla­nung wur­den durch die kon­kre­ten Abstim­mungs­pro­zesse über­holt. So lag die Kos­ten­be­rech­nung für das Vor­ha­ben erst im Juli 2017 vor. Wesent­li­che Unter­la­gen für das Vor­ha­ben waren noch zu erstel­len bzw. abzu­stim­men.

6. Wird sei­tens der Behörde wei­ter­hin ein Bedarf an einem zusätz­li­chen Gäs­te­haus für die Uni­ver­si­tät Ham­burg gese­hen?
Ja. Die Behörde für Wis­sen­schaft, For­schung und Gleich­stel­lung sieht wei­ter­hin einen Bedarf an dem Gäs­te­haus am zen­tra­len Stand­ort in Eims­büt­tel gege­ben. Die Inter­na­tio­na­li­sie­rungs­stra­te­gie der Uni­ver­si­tät wird mit dem Ange­bot eine wesent­li­che Berei­che­rung erfah­ren, die die Uni­ver­si­tät im Wett­be­werb mit ande­ren natio­na­len und inter­na­tio­na­len Uni­ver­si­tä­ten nach­hal­tig stärkt.