Planung Uni-Projekt an der Schlüterstraße

Das denkmalgeschützte Alte Fernmeldeamt in der Schlüterstraße soll nach seiner Sanierung und Erweiterung künftig als Campus Schlüterstraße von der Universität Hamburg genutzt werden. In das Gebäude sollen unter anderem der Fachbereich Psychologie, das German Institute of Global and Area Studies (GIGA) sowie die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft einziehen. Das Projekt ist von großer Bedeutung für den Wissenschaftsstandort Hamburg und erfüllt zugleich den langjährigen Wunsch, das Gebäude dauerhaft einer öffentlichen Nutzung zuzuführen.

Nachdem der Fertigstellungstermin bereits mehrfach verschoben wurde, berichten Medien aktuell über einen Baustopp infolge der finanziellen Schwierigkeiten des bisherigen Generalunternehmers. Dadurch bestehen erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Projektverlaufs, des Einzugstermins sowie möglicher finanzieller und organisatorischer Auswirkungen.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die zuständige Fachbehörde:

1. Wie ist der aktuelle Sachstand des Projekts „Campus Schlüterstraße“ und wie sieht die weitere Planung  aus? Bitte Maßnahmen und Zeitstrahl der aktuellen Planung aufzeigen.
2. Finden derzeit Bauarbeiten auf der Baustelle statt? Falls nein, seit wann ruhen die Arbeiten und aus welchen Gründen?
3. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um die Bauarbeiten wieder aufzunehmen, und wann rechnet der Senat mit einem Ende der derzeitigen Verzögerungen?

Zu Fragen 1-3:
Laut Vermieterseite hat, nach der Insolvenz des Generalunternehmers Hagenauer GmbH & Co. KG, der Generalübernehmer Campus Schlüterstraße Realisierungsgesellschaft mbH die Aufgaben der Baustelle übernommen. Die für den Bauablauf notwendigen Firmen konnten
vertraglich gebunden werden, so dass die Bautätigkeiten wieder aufgenommen wurden. Aktuell finden u.a. Bauarbeiten in den Gewerken Elektrotechnik, Sprinklertechnik, Sanitärtechnik und Trockenbau statt. Die Fertigstellung soll zum 3.Quartal 2027 erfolgen.

4. Welche zusätzlichen Kosten sind infolge der Verzögerungen bislang entstanden oder werden derzeit erwartet?

Höhere Baukosten können nicht auf die FHH als Mieterin umgelegt werden. Durch die Verzögerung wird davon ausgegangen, dass zusätzliche Kosten für Interims-Umzüge, Einlagerungen und Verlängerungen von bestehenden Anmietungen entstehen werden. Ebenfalls entsteht ein erhöhter Personalaufwand v.a. bei den End-Nutzerinnen und -Nutzern für die Begleitung des Projekts. Die Höhe der zusätzlichen Kosten richtet sich nach dem Fertigstellungstermin und kann erst rückwirkend beziffert werden.

5. Welche weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen oder Bauprojekte sind mittelbar oder unmittelbar von den Verzögerungen betroffen?

Neben der Universität Hamburg (UHH), dem Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) und dem German Institute for Global and Area Studies (GIGA) sind keine weiteren wissenschaftliche Einrichtungen von der Verzögerung betroffen. Sanierungsmaßnahmen, die in Flächen der UHH – welche durch die Inbetriebnahme des Alten Fernmeldeamts freigezogen werden – geplant sind, verzögern sich. Ebenfalls wird die
Veräußerung/ Eigentumsübergang und damit die Folgenutzung im Neuen Jungfernstieg 21 verzögert. Weitere Bauprojekte sind nicht betroffen.

6. Welche Auswirkungen haben die Verzögerungen auf die Umzugs- und Flächenplanung der Universität Hamburg, insbesondere für den Fachbereich Psychologie sowie weitere betroffene Einrichtungen?

Die Verzögerungen beim Projekt Campus Schlüterstraße führen dazu, dass die Umzugs- und Flächenplanungen der Universität Hamburg, insbesondere für den Fachbereich Psychologie und weitere betroffene Einrichtungen, mehrfach überarbeitet werden müssen. Dies verursacht
zusätzlichen organisatorischen Aufwand, Mehrkosten und verhindert, dass geplante Flächenkonsolidierungen und damit verbundene Kosteneinsparungen umgesetzt werden können. Zudem entsteht durch die fehlende Planungssicherheit Unsicherheit für die betroffenen
Fakultäten/ Fachbereiche und stellt für Neuberufungen einen Nachteil dar.

7. Wie stellt sich der aktuelle Zeitplan für die Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes dar?
8. Zu welchem Zeitpunkt wird derzeit mit dem Einzug der vorgesehenen Einrichtungen gerechnet?

Siehe jeweils Antwort zu den Fragen 1-3.