Vor­läu­fige Siche­rung und Fest­set­zung von Überschwemmungsgebieten

Sach­ver­halt

Auf Grund Hoch­was­ser­ri­si­ko­ma­nage­ment-Richt­li­nien der EU passt Ham­burg den Hoch­was­ser­schutz an Bin­nen­ge­wäs­sern den recht­li­chen Erfor­der­nis­sen an. An Fluss­läu­fen, an denen für die Bebau­ung und Nut­zung der Ufer­flä­chen durch extreme Nie­der­schläge ein Hoch­was­ser­ri­siko besteht, sol­len Über­schwem­mungs­ge­biete gesi­chert und fest­ge­setzt wer­den. Ziel der Fest­set­zung ist es, die wach­sende Gefähr­dung und das Scha­dens­po­ten­zial durch die im Zuge des Kli­ma­wan­dels zuneh­men­den Stark­re­ge­n­er­eig­nisse zu redu­zie­ren. Dafür ist es not­wen­dig auf den betrof­fe­nen Grund­stü­cken eine wei­tere Bebau­ung zu unter­bin­den und somit die jewei­lige Nut­zung einzuschränken.

Im Rah­men der Anpas­sung sol­len im Bezirk Eims­büt­tel der Kollau- und der Tar­pen­bek- Fluss­lauf als Über­schwem­mungs­ge­biete gesi­chert und fest­ge­setzt wer­den. Laut Aus­kunft der Behörde für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt­schutz (BSU), die in der Sit­zung des Stadt­pla­nungs­aus­schus­ses am 4. Februar 2014 über den Umfang des Gebie­tes und die Kon­se­quen­zen für die Nut­zung infor­mierte, sind in Eims­büt­tel rund 150 Grund­ei­gen­tü­mer betroffen.
Die Aus­wir­kun­gen der Schutz­vor­schrif­ten in die­sen Gebie­ten sind umfas­send und bedeu­ten einen tie­fen Ein­griff in die Nut­zungs- und Bau­rechte der Grund­ei­gen­tü­mer und in aus­ge­übte Nut­zun­gen, die mög­li­cher­weise zu Ent­schä­di­gungs­an­sprü­chen füh­ren kön­nen – auch wenn ein Bestands­schutz zuge­si­chert wer­den soll.

Beschluss­vor­schlag

Die Vor­sit­zende der Bezirks­ver­samm­lung wird gebe­ten, sich dafür ein­zu­set­zen, dass die Behörde für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt

  1. die betrof­fe­nen Grund­ei­gen­tü­mer noch vor der für März/​April geplan­ten öffent­li­chen Bekanntmachung/​Auslegung per­sön­lich anschreibt und zu einer geson­der­ten Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung einlädt,
  2. die Grund­ei­gen­tü­mer in die­ser Ver­an­stal­tung ins­be­son­dere über die Ver­fah­rens­schritte der vor­läu­fi­gen Siche­rung und der for­mel­len Fest­set­zung sowie über die recht­li­chen Kon­se­quen­zen und die mit dem Schutz­sta­tus ver­bun­de­nen Ge- und Ver­bote informiert,
  3. mög­li­che Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che über­prüft und im Stadt­pla­nungs­aus­schuss berich­tet, und
  4. per­spek­ti­vi­sche Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Über­schwem­mungs­ri­si­kos – etwa die Iden­ti­fi­zie­rung von poten­ti­el­len Reten­ti­ons­flä­chen, Maß­nah­men zur Regu­lie­rung der Fließ­ge­schwin­dig­keit oder auch Besei­ti­gung von Ablauf­hin­der­nis­sen (z.B. zu enge Kana­li­sie­rung bei Stra­ßen­un­ter­füh­run­gen) – im Ver­lauf der Kollau prüft, benennt und umsetzt.

 

Rüdi­ger Rust; Jutta Sei­fert, Marc Schem­mel und SPD-Fraktion
Diet­mar Kuhl­mann und GRÜNE Fraktion
Frank Döblitz und CDU-Fraktion