Wan­del der Arbeits­welt – stei­gende Anfor­de­run­gen an die Beschäftigten

Sach­ver­halt

Immer mehr Berufs­tä­tige wer­den psy­chisch krank. Laut dem Stress-Report 2012 waren in Deutsch­land psy­chi­sche Stö­run­gen für mehr als 53 Mil­lio­nen Krank­heits­tage ver­ant­wort­lich. Bereits 41 Pro­zent der Früh­be­ren­tun­gen haben psy­chi­sche Ursa­chen. In Ham­burg erfol­gen, wie die AOK Rhein­land / HH ermit­telt hat, 28, 5 % aller Krank­schrei­bun­gen  und 23, 7 % aller Kran­ken­geld­zah­lun­gen  auf­grund von psy­chi­schen Erkrankungen.

Die Zunahme von psy­chi­schen Beschwer­den und der Anstieg von Über­be­las­tungs­an­zei­gen sowie typi­scher Über­las­tungs­er­kran­kun­gen fin­den ihre Erklä­rung in der stei­gen­den Arbeits­in­ten­si­tät,  in  star­kem Ter­min- und Leis­tungs­druck, in Mul­ti­tas­king und in der stän­di­gen Ver­füg­bar­keit durch Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­an­for­de­run­gen.  Die Ent­wick­lung ist glei­cher­ma­ßen in den ver­wal­ten­den, den dienst­leis­ten­den und den pro­du­zie­ren­den Berei­chen zu beob­ach­ten,  berich­tet Ste­fan Weis in der Zeit­schrift für betrieb­li­che Prä­ven­tion und Unfall­ver­si­che­rung im Januar 2012.

Der Arbeits- und Gesund­heits­schutz kann dar­auf bis­lang nicht adäquat reagie­ren. Es gibt zwar Vor­schrif­ten zum Heben oder zur Bild­schirm­ar­beit. Für den Umgang mit psy­chi­scher Belas­tung aber feh­len ver­bind­li­che Rege­lun­gen, die die Unter­neh­men dazu ver­an­las­sen, sich aktiv mit den jewei­li­gen Arbeits­be­din­gun­gen ihrer Beschäf­tig­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen, wie Gesund­heits­se­na­to­rin Prü­fer-Storcks in der Welt vom 28.1.13. beklagte.

Der Gesund­heits­be­richt Eims­büt­tel 2012, der Basis­da­ten zur gesund­heit­li­chen Lage im Bezirk Eims­büt­tel von 1998 bis 2009 ermit­telt hat, vor allem bei den Arbeit­neh­mern in der Alters­gruppe der 45- bis 64-Jäh­ri­gen, unter­streicht die beson­dere Bedeu­tung einer betrieb­li­chen Gesund­heits­för­de­rung. Betrieb­li­che Gesund­heits­för­de­rung könne zur Erhal­tung der mit zuneh­men­dem Alter bedroh­ten Erwerbs­fä­hig­keit bei­tra­gen. Diese Alters­gruppe macht etwa ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung des Bezirks Eims­büt­tel aus.

Das Amt für Arbeits­schutz hat den gesetz­li­chen Auf­trag den Arbeits­schutz in Ham­bur­ger Betrie­ben zu über­wa­chen sowie Unter­neh­men im Arbeits- und Gesund­heits­schutz zu bera­ten und zu unterstützen.

Beschluss­vor­schlag

Die Vor­sit­zende der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel wird gebe­ten, eine/​n Vertreter/​in des Amtes für Arbeits­schutz in den Fach­aus­schuss Wirt­schaft, Arbeit und Kul­tur ein­zu­la­den, um  über die Situa­tion und Ent­wick­lung in Eims­bütt­ler Betrie­ben zu berich­ten, die sie an Hand des „Ham­bur­ger Arbeits­schutz­mo­dells ABS- Auf­sicht, Bera­tung, Sys­tem­über­wa­chung“ fest­ge­stellt haben. Die Mit­glie­der des SGFG neh­men an die­ser Sit­zung teil.

 

Sabine Jan­sen und SPD-Fraktion
Gabriela Küll und GRÜNE-Fraktion