Im Herzen des Niendorfer Gehege befindet sich direkt bei der Revierförsterei ein Damwildgehege, das 1974
errichtet wurde und heute eine Fläche von fast vier Hektar umfasst. Auf einer großen Lichtung leben dort rund 30
Alttiere mit ihren Kälbern. Besucherinnen und Besucher können die Tiere von den umliegenden Wanderwegen
sowie von zwei Aussichtspunkten aus beobachten. Neben dem Gehege hängen Beschilderungen die
Besucher*innen bitten die Tiere nicht zu füttern.
Im Sommer 2020 wurde das Gehege erweitert. Ziel der Erweiterung war es, einen zusätzlichen Rückzugsraum
für die Aufzucht der Jungtiere zu schaffen. Dieser Bereich soll den Hirschkühen ermöglichen, ihre Kälber
ungestört aufzuziehen. Während der Brunft haben aufdringliche Hirsche keinen Zugang zu diesem sogenannten
„Brautschlupf“. Ein etwa 1,80 Meter hoher Erdwall dient dabei als Sichtschutz gegenüber Besucherinnen und
Besuchern, sodass die Tiere in diesem Bereich möglichst wenig gestört werden.
Vor diesem Hintergrund fragen wir den Bezirksamtsleiter:
1. Wie hat sich der Bestand in den letzten Jahren entwickelt? Bitte jeweils Jahreszahlen und Bestand
angeben.

2. Gibt es pädagogische Angebote oder Führungen zur Umweltbildung?
Es gibt im Niendorfer Gehege umfangreiche Waldpädagogische Angebote durch die
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Försterei Niendorf bietet vereinzelt Waldführungen
an, teilweise auch in Kooperation und Zusammenarbeit mit den Vereinen PRO Niendorfer
Gehege und NABU, welche auch eigenständig darüber hinaus Umweltbildung anbieten.
3. Welche Gründe hat die nicht erwünschte Fütterung der Tiere?
Das Fütterungsverbot dient der Gesunderhaltung der Tiere. Die Mitarbeiter der Försterei
achten bei der Versorgung auf eine sorgfältig abgestimmte Fütterung, die den Bedürfnissen
des Damwildes gerecht wird. Zu viel und falsches Futter auch mit vermeintlich gesunden
Lebensmitteln kann zu Verdauungsstörungen, Krankheiten und Allergien bis hin zum Tod der
Tiere führen.
4. Wird der „Brautschlupf“ inzwischen regelmäßig genutzt?
Die Tiere haben sich an die beiden verengten Durchgänge gewöhnt und benutzen diese.
5. Wird die Fläche perspektivisch weiter angepasst oder naturnäher gestaltet?
Das Wildgehege verfügt über einen natürlichen Strukturreichtum mit einer großen Wiese und
einem Waldgebiet mit einer unterschiedlichen Altersstruktur auf rund 4 ha. Eine Erweiterung
oder Umgestaltung ist nicht vorgesehen.
6. Wie wird die Gesundheit der Tiere überwacht?
Im Damwildgehege des Niendorfer Geheges finden täglich Sichtkontrollen bei der Fütterung
der Tiere, zweimal jährlich durch einen Bestandstierarzt, einmal jährlich durch das
Veterinärsamt des Bezirksamtes Eimsbüttel statt.