Zukunfts­fo­rum Eims­büt­tel 2040 – Neue Ent­wick­lun­gen in Mobi­li­tät, Umwelt, Wohnen

Mit dem räum­li­chen Leit­bild Eims­büt­tel 2040, das die Bezirks­ver­samm­lung am 22. Februar 2018 ver­ab­schie­det hat, hat sich der Bezirk nach einer inten­si­ven Bür­ger­be­tei­li­gung auf den Weg gemacht, eine städ­te­bau­li­che Per­spek­tive und damit eine Ori­en­tie­rung für die künf­tige Ent­wick­lung Eims­büt­tels zu ent­wer­fen. Die Qua­li­tä­ten Eims­büt­tels als lebens­wer­ter, sozia­ler und öko­lo­gi­scher Bezirk in einer wach­sen­den Stadt sol­len erhal­ten und wei­ter gestärkt werden.

Das Leit­bild for­mu­liert die vier über­ge­ord­ne­ten Ziele „Qua­li­täts­volle Grün­flä­chen“, „Leben­dige Kerne“, „Neue Schnell­bah­nen“ und „Attrak­tive Magis­tra­len“. Diese sind im wei­te­ren Pro­zess räum­lich und inhalt­lich wei­ter aus­zu­ar­bei­ten und mit Inhal­ten zu fül­len. Dies soll ins­be­son­dere unter dem Gesichts­punkt zukünf­ti­ger Her­aus­for­de­run­gen, neuer Ent­wick­lun­gen und Trends geschehen. 

Gesell­schaft­li­che und tech­ni­sche Ent­wick­lun­gen wer­den neben die­sen Zie­len auch das Woh­nen beein­flus­sen. Bau­li­che Struk­tu­ren wer­den sich dem demo­gra­phi­schen Wan­del, der fort­schrei­ten­den Urba­ni­sie­rung, Nach­hal­tig­keit und Öko­lo­gie anpas­sen. Der Städ­te­bau muss den Her­aus­for­de­run­gen des Gesell­schafts- wie des Kli­ma­wan­dels Rech­nung tra­gen, bspw. durch inte­gra­ti­ven und inklu­si­ven sowie sozia­len Woh­nungs­bau, oder durch hohe Ener­gie­stan­dards für Woh­nungs-Reno­vie­run­gen und ‑Bau, aber auch die Vor­be­rei­tung auf Extremwetterereignisse.

Ein inno­va­ti­ver Städ­te­bau ermög­licht über­dies nicht nur eine Inte­gra­tion unter­schied­li­cher Lebens­be­rei­che wie Woh­nen, Arbei­ten und Kon­sum – auch neue Wohn­for­men wer­den selbst­ver­ständ­li­cher. So ist zu beach­ten, dass die Not­wen­dig­keit des Woh­nungs­baus heute vor allem mit gesell­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen zusam­men­hängt, zum Bei­spiel mit dem signi­fi­kan­ten Anstieg von Sin­gle- und Klein­fa­mi­lien-Haus­hal­ten. Um mit die­sen Ent­wick­lun­gen umge­hen zu kön­nen, brau­chen wir sowohl für den Bestand als auch für Neu­bau­ten neue Wohn­ty­pen wie bspw. Wohn-Sharing- und Tausch-Modelle, inno­va­tive Bau­ge­mein­schaf­ten und Mehrgenerationenhäuser.

So nimmt auch die Mobi­li­tät Ein­fluss auf die Stadt­pla­nung der Zukunft. Trends wie der Rück­gang der Auto­nut­zung (zwi­schen 2008 und 2017 sank der Anteil des Moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs an der Wege­nut­zung im Bezirk Eims­büt­tel von 36% auf 31%) oder die stei­gende Wert­schät­zung öffent­li­cher Räume als Flä­chen des Auf­ent­halts und der Lebens­qua­li­tät müs­sen sich auch in der Gestal­tung von Quar­tie­ren und der Schwer­punkt­set­zung von Mobi­li­täts­an­ge­bo­ten widerspiegeln. 

Gerade in ver­dich­te­ten Gebie­ten wie dem Eims­büt­te­ler Kern­ge­biet sind Ant­wor­ten dar­auf zu geben, wie Mobi­li­tät mit mög­lichst gerin­gem Flä­chen­ver­brauch, Lärm- und Luft­schad­stoff­emis­sio­nen abge­wi­ckelt wer­den kann. In die­sen Über­le­gun­gen soll­ten ÖPNV-Kon­zepte (auch unter Ein­be­zug tech­ni­scher Inno­va­tio­nen wie auto­no­mer Shut­tle-Busse), Sharing-Ange­bote und eine fuß- und fahr­rad­freund­li­che Infra­struk­tur eine zen­trale Rolle spie­len. Außer­dem sind sowohl für Neu­bau- als auch für Bestands­quar­tiere Kon­zepte für eine Stadt der kur­zen Wege und für die Lösung gegen­wär­ti­ger Pro­bleme wie Anlieferung/​Logistik und zuge­parkte Stra­ßen­räume zu entwickeln. 

Es gilt daher, den Eims­büt­te­ler Städ­te­bau der Zukunft früh­zei­tig auf die zu erwar­ten­den Ent­wick­lun­gen aus­zu­rich­ten. Als geeig­nete Platt­form für den Aus­tausch von Ver­wal­tung, Poli­tik und maß­geb­li­chen Trä­gern öffent­li­cher Belange sowie Exper­tin­nen und Exper­ten sollte daher ein Zukunfts­fo­rum Eims­büt­tel 2040 ein­be­ru­fen wer­den, wel­ches sich mit den Zie­len des Räum­li­chen Leit­bilds Eims­büt­tel 2040 aus­ein­an­der­setzt und die­ses für die bezirk­li­che Ent­wick­lung konkretisiert.

Petitum

Der Bezirks­amts­lei­ter wird gebe­ten, ein Zukunfts­fo­rum Eims­büt­tel 2040 ein­zu­be­ru­fen und zu ver­ste­ti­gen, um mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Bezirks­ver­samm­lung sowie maß­geb­li­chen Akteu­ren, Exper­tin­nen und Exper­ten eine Kon­kre­ti­sie­rung des Leit­bil­des Eims­büt­tel 2040 – ins­be­son­dere im Hin­blick auf neue Trends und Her­aus­for­de­run­gen in den Schwer­punkt­be­rei­chen Mobi­li­tät, Umwelt und Woh­nen – zu beraten. 

Dazu soll zunächst ein Kon­zept für öffent­li­che und exper­ten­ge­stützte Ver­an­stal­tungs­for­mate erar­bei­tet und dem Stadt­pla­nungs­aus­schuss unter Zula­dung des Ver­kehrs­aus­schus­ses vor­ge­legt werden.

Rüdi­ger Rust und SPD-Fraktion
Ali Mir Agha und GRÜNE- Fraktion