Zustän­dig­keits­re­ge­lung für den Forst­be­reich in Hamburg

Sach­ver­halt

Die Forst­ver­wal­tung – für den ursprüng­lich die Umwelt­be­hörde ver­ant­wort­lich war – ist Mitte der 2000er Jahre unter dem CDU/ Schill-Senat in die Zustän­dig­keit der Wirt­schafts­be­hörde ver­la­gert worden.

Diese Ein­glie­de­rung wird von Umwelt­ver­bän­den bis heute kri­ti­siert und eine Zusam­men­füh­rung der minis­te­ri­el­len Auf­ga­ben für die Berei­che Grün, Natur­schutz und Fors­ten in einer Behörde gefordert.

Der­zeit bestimmt die Behörde für Wirt­schaft, Ver­kehr und Inno­va­tion (BWVI) für den Forst­be­reich die Fach­po­li­tik und nimmt forst­li­che Stel­lung zu Raum­pla­nun­gen wahr, erstellt die Fach­pläne und hat die Fach- und Rechts­auf­sicht nach dem Bezirksverwaltungsgesetz.

Den Bezirks­äm­tern oblie­gen die Durch­füh­rungs­auf­ga­ben in den Forst­re­vie­ren. Sie haben auch die Per­so­nal- und Fachverantwortung.

Der Ham­bur­ger Wald außer­halb von Natur­schutz­ge­bie­ten ist nach unse­rem Lan­des­wald­ge­setz Erho­lungs­wald. Die Wäl­der in Ham­burg die­nen in ers­ter Linie der Nah­erho­lung, sowie dem Biotop‑, Grund­was­ser- und Boden­schutz und spie­len als Wirt­schafts­fak­tor kaum eine Rolle.

Eine wirk­same Forst­ver­wal­tung muss in der Lage sein, die minis­te­ri­el­len Auf­ga­ben nach dem Bun­des­wald­ge­setz zu erfül­len und in enger Zusam­men­ar­beit mit Natur­schutz­amt, Stadt­grün und Land­schafts­pla­nung Ham­burgs Grün nach­hal­tig zu schüt­zen und zu entwickeln.

Die behörd­li­che Ver­la­ge­rung der Ham­bur­ger Forst­ver­wal­tung in die Wirt­schafts­be­hörde hat den Eva­lu­ie­rungs­er­geb­nis­sen zum Ham­bur­ger Forst­be­reich zufolge, keine posi­ti­ven Effekte erbracht.

Eine Neu­or­ga­ni­sa­tion der Ham­bur­ger Forst­ver­wal­tung ist daher geboten.

Wie der Bezirks­ver­samm­lung am 10.10.11 mit­ge­teilt wurde, würde die Eva­luat­tion zur Neu­ord­nung der Forst­ver­wal­tung „ver­schie­dene Mög­lich­kei­ten der Orga­ni­sa­tion auf­zei­gen, dar­un­ter die Bei­be­hal­tung des Sta­tus Quo, die Über­gabe der Ham­bur­ger Fors­ten an den Lan­des­be­trieb Fors­ten in Schles­wig-Hol­stein oder die Grün­dung eines zen­tra­len Bezirks­forst­am­tes. Die letzt­ge­nann­ten Maß­nah­men sind kaum geeig­net, bestehende Ver­wal­tungs­män­gel auf­zu­lö­sen und wür­den auch der umwelt­po­li­ti­schen Bedeu­tung der Ham­bur­ger Fors­ten nicht gerecht.

Wei­tere Ham­bur­ger Bezirke mit Forst­re­vie­ren – Wands­bek (Duven­s­ted­ter Brook, Wohl­dor­fer Wald, Volks­dorf) und Altona (Klö­vens­teen) – haben sich in ihren Bezirks­ver­samm­lun­gen zu die­ser The­ma­tik bereits posi­tio­niert (BV Wands­bek – Druck­sa­chen-Nr. 19/0898)/ BV Altona (Druck­sa­chen-Nr. XIX-1074).

Beschluss­vor­schlag

Die Bezirks­ver­samm­lung emp­fiehlt dem Senat gem. § 27 BezVG im Rah­men der der­zeit lau­fen­den Pläne zur Ent­flech­tung von Auf­ga­ben und Ver­mei­dung von Dop­pel­ar­beit die Rück­ver­la­ge­rung der Ver­wal­tung für die Ham­bur­ger Fors­ten zur Wahr­neh­mung minis­te­ri­el­ler Auf­ga­ben wie­der von der Behörde für Wirt­schaft, Ver­kehr und Inno­va­tion (BWVI) in die Behörde für Stadt­ent­wick­lung und Umwelt (BSU) zu prüfen.

Gleich­zei­tig sol­len die Forst­re­viere wei­ter­hin den Bezir­ken zuge­ord­net und wei­ter in die Grünflächenverwaltung/​Management des öffent­li­chen Rau­mes inte­griert bleiben.

Die Ergeb­nisse der Prü­fung sol­len im Regio­nal­aus­schuss Lok­s­tedt vor­ge­stellt werden.

Marc Schem­mel und SPD-Fraktion