Berech­nung des Über­schwem­mungs­ge­bie­tes der Kollau

Anfrage nach § 27 BezVG der Mit­glie­der der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel, Ernst Chris­tian Schütt, Gabor Gott­lieb und Rüdi­ger Rust (SPD-Frak­tion)

Die Anfrage wird – von der Behörde für Umwelt und Ener­gie – wie folgt beantwortet:

Sach­ver­halt

Die was­ser­wirt­schaft­li­che Berech­nung des vor­läu­fig gesi­cher­ten Über­schwem­mungs­ge­bie­tes der Kollau wird der­zeit auf Ebene der Fach­be­hör­den mit einer neuen Berech­nungs­me­thode über­prüft. Sie soll die bis­he­rige Berech­nung ergän­zen und ver­fei­nern, um auf diese Weise eine noch genauere Ermitt­lung der Was­ser­stände bei Hoch­was­ser zu errei­chen. Eine sol­che ver­fei­nerte Neu­be­rech­nung ent­spricht auch den Wün­schen der Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner. Aller­dings besteht bei ihnen die Sorge, dass die Fol­gen der vor­ge­se­he­nen Auf­schüt­tung mög­li­cher­weise nicht in die Berech­nung des Über­schwem­mungs­ge­bie­tes ein­be­zo­gen wer­den könnten.

Vor die­sem Hin­ter­grund fra­gen wir die zustän­dige Fachbehörde:

1. Auf wel­cher Berech­nungs­me­thode beruht die der­zeit durch­ge­führte Über­prü­fung des vor­läu­fig gesi­cher­ten Über­schwem­mungs­ge­bie­tes der Kollau? (Bitte dar­stel­len und dabei auch die Unter­schiede zur bis­he­ri­gen Berech­nungs­me­thode erläutern.)

Die bis­he­rige Berech­nung wurde mit einem ein­di­men­sio­na­len Modell (1D-Modell) durch­ge­führt. Das 1D-Modell ermit­telt die Über­schwem­mungs­gren­zen auf Grund­lage von Gewäs­ser­quer­schnit­ten. Ein­di­men­sio­nal bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang, dass von die­sen Model­len nur eine Strö­mungs­kom­po­nente, näm­lich die in Haupt­fließ­rich­tung berech­net wird. In der Regel ist ein ein­di­men­sio­na­les Modell für die Ermitt­lung der räum­li­chen Aus­deh­nung der vor­läu­fig fest­ge­setz­ten Über­schwem­mungs­gren­zen aus­rei­chend. Die jet­zige Über­prü­fung erfolgt mit einem zwei­di­men­sio­nal insta­tio­nä­ren Modell (2D-Modell), wel­ches die Loka­li­tät der Strö­mung zuver­läs­si­ger berück­sich­tigt, die durch topo­gra­phi­sche oder bau­li­che Struk­tu­ren beein­flusst sein kann. Die Berech­nun­gen erfol­gen auf Grund­lage eines Git­ter­net­zes. An jedem Netz­kno­ten wird die Was­ser­spie­gel­höhe und Geschwin­dig­keit ermit­telt. Wegen der klein­räum­li­chen Struk­tur des Git­ter­net­zes kön­nen nur mit einer zwei­di­men­sio­na­len Model­lie­rung die in den Stel­lung­nah­men geäu­ßer­ten Anga­ben zu Topo­gra­phie und zu Bau­werks­be­son­der­hei­ten Berück­sich­ti­gung fin­den. Zwei­di­men­sio­nal bedeu­tet, dass zusätz­lich betrach­tet wird, wie sich das Was­ser in der über­schwemm­ten Flä­che aus­brei­tet. Insta­tio­när bedeu­tet, dass die im Gewäs­ser­ver­lauf unter­schied­li­che Breite und Tiefe genauer erfasst und das An- und Abschwel­len der Hoch­was­ser­welle berück­sich­tigt wird. 2D-Modelle erfas­sen die Gewäs­ser und den angren­zen­den Über­flu­tungs­raum noch genauer.

2. Wer­den die Fol­gen der geplan­ten Auf­schüt­tung im Hagen­deel 60 bei der Berech­nung des Über­schwem­mungs­ge­bie­tes der Kollau einbezogen?

Die Über­prü­fung berück­sich­tigt Ver­gleichs­rech­nun­gen mit und ohne geplante Auf­hö­hung im Hagen­deel 60. Bei der even­tu­el­len Anpas­sung der vor­läu­fi­gen Siche­rung des ÜSG Kollau auf­grund der Ergeb­nisse der Über­prü­fung wird der vor­lie­gende IST-Zustand des ÜSG ver­wen­det. Das heißt die Auf­hö­hung wird nur im ÜSG dar­ge­stellt und berück­sich­tigt, wenn sie tat­säch­lich umge­setzt wor­den ist. Aber nach allen Berech­nun­gen, die vor­ge­nom­men wor­den sind, wird die geplante Aus­füh­rung der Auf­hö­hung die Menge des auf dem Grund­stück für Bin­nen­hoch­was­ser zur Ver­fü­gung ste­hen­den Raums erhöhen.

3. Inwie­weit kann durch eine ver­fei­nerte Berech­nung eine genauere Ermitt­lung der Was­ser­stände bei Hoch­was­ser erreicht werden?

Siehe Ant­wort zu 1.

4. Ist der Bericht über die was­ser­wirt­schaft­li­chen Aus­wir­kun­gen des Bau­vor­ha­bens Hagen­deel 60 (Pro­jekt­be­richt Gewäs­ser und Hoch­was­ser­schutz Nr. 2/2014) ggf. eben­falls Gegen­stand einer Überarbeitung?

Nein. Der Pro­jekt­be­richt befasst sich mit einer kon­kre­ten Fra­ge­stel­lung, die abschlie­ßend unter den dort genann­ten Metho­den beant­wor­tet wurde.

5. Wann ist mit einer Ver­öf­fent­li­chung der Ergeb­nisse der Neu­be­rech­nung zu rechnen?

Vor­aus­sicht­lich im 4. Quar­tal 2015.

6. In wel­cher Form sol­len die Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner über die Ergeb­nisse infor­miert werden?

Alle Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner wer­den in ange­mes­se­ner Form über die Ergeb­nisse der Über­prü­fung informiert.