Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gung bar­rie­re­frei gestalten

Das Bezirks­ver­wal­tungs­ge­setz (BezVG) schreibt in § 33 vor, dass die Bezirks­äm­ter „bei Pla­nun­gen und Vor­ha­ben, die die Inter­es­sen von Kin­dern und Jugend­li­chen berüh­ren, diese ange­mes­sen betei­li­gen“ müs­sen. Seit 2011 gilt in Ham­burg Eims­büt­tel eine ent­spre­chende Ver­ein­ba­rung zur Anwen­dung des § 33 BezVG.

Pla­nun­gen von Spiel‑, Sport- und Auf­ent­halts­flä­chen oder von Pro­jek­ten der Kin­der- und Jugend­kul­tur kön­nen wesent­lich ver­bes­sert wer­den, wenn die Wün­sche und Anre­gun­gen von Kin­dern und Jugend­li­chen ernst genom­men wer­den. In der Pra­xis wer­den im Rah­men des Betei­li­gungs­pro­zes­ses i.d.R. Haus­halte mit Kin­dern und Jugend­li­chen aus dem Ein­zugs­be­reich ange­schrie­ben und zu einer Ver­an­stal­tung mit den Pla­nern ein­ge­la­den, um Mei­nun­gen und Wün­sche vor Ort ein­zu­ho­len (z.B. mit Mal­ak­tio­nen, Fra­ge­bö­gen und Umfragen).

Eine erfolg­rei­che und ziel­füh­rende Betei­li­gung setzt die Moti­va­tion und die Mög­lich­keit aller Kin­der und Jugend­li­chen zur Teil­nahme am Betei­li­gungs­pro­zess zwin­gend vor­aus. Da Inklu­sion mög­lichst bei allen Pro­jekt­pla­nun­gen von vorn­her­ein mit­ge­dacht wer­den soll, muss es selbst­ver­ständ­lich sein, dass die Teil­nahme an Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gun­gen bar­rie­re­frei mög­lich ist.

 

Peti­tum

Um auch Kin­dern und Jugend­li­chen mit geis­ti­ger und/​oder kör­per­li­cher Behin­de­rung eine Betei­li­gung an der Pla­nung von Pro­jek­ten in ihrer Nach­bar­schaft zu ermög­li­chen, wird der Bezirks­amts­lei­ter gebe­ten, einen Pro­zess zur bar­rie­re­freien Aus­ge­stal­tung der Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gung zu initi­ie­ren indem

  1. geeig­nete Ver­fah­ren bar­rie­re­freier Betei­li­gung iden­ti­fi­ziert wer­den, inkl. der damit ver­bun­de­nen Kosten,
  2. pilo­t­hafte Pro­jekte in zwei bis drei ver­schie­de­nen der in a) ent­wi­ckel­ten Ver­fah­ren durch­ge­führt werden,
  3. auf­bau­end auf den erziel­ten Ergeb­nis­sen ein Kon­zept für ein wei­te­res Vor­ge­hen hin zu einer umfas­sen­den bar­rie­re­freien Gestal­tung von Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gun­gen ent­wi­ckelt wird,
  4. die Ergeb­nisse der Pro­jekte und des Kon­zep­tes für das wei­tere Vor­ge­hen im Jugend­hil­fe­aus­schuss vor­ge­stellt werden.

Der Pro­zess zur bar­rie­re­freien Aus­ge­stal­tung der Kin­der- und Jugend­be­tei­li­gung sollte in enger Zusam­men­ar­beit mit dem Jugend­amt, Ein­rich­tun­gen der Kin­der- und Jugend­kul­tur, Ver­ei­nen sowie dem Lan­des­be­auf­trag­ten zur Gleich­stel­lung von Men­schen mit Behin­de­rung erfolgen.

Janina Sat­zer, Ines Schwarza­rius und SPD-Fraktion