Sanie­rung der Amsinck-Villa

Sach­ver­halt

Die neo­klas­si­zis­ti­sche Amsinck-Villa in Ham­burg-Lok­s­tedt wurde 1868 vom bekann­ten Archi­tek­ten Mar­tin Hal­ler für den Ham­bur­ger Kauf­mann Wil­helm Amsinck als Som­mer­re­si­denz errich­tet. Die Villa befin­det sich in dem 5,9 Hektar gro­ßen Amsinck-Park, der als Land­schafts­gar­ten im eng­li­schen Stil 1868–1870 vom Gar­ten­bau­in­ge­nieur Fried­rich Joa­chim Chris­tian Jür­gens ange­legt wurde. Der Park  wurde 1956 von der Stadt erwor­ben und der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht. Seit 1993 ste­hen Park und Villa unter Denkmalschutz.

Seit Jah­ren kämpft die Kom­mu­nal­po­li­tik für eine stadt­teil­ver­träg­li­che Nut­zung der Lok­s­ted­ter Amsinck-Villa und gegen den wei­te­ren Ver­fall des his­to­ri­schen Gebäu­des im Amsinck-Park. Der Orts­aus­schuss Lok­s­tedt hatte am 21. Januar 2008 ein­stim­mig beschlos­sen (Druck­sa­che 0559/XVIII), dass das künf­tige Nut­zungs­kon­zept der Amsinck-Villa der Öffent­lich­keit den Zugang zur Villa und Umge­bung  lang­fris­tig garan­tie­ren soll. Der Regio­nal­aus­schuss Lok­s­tedt hat die­sen Beschluss im Jahr 2010 (Druck­sa­chen 1201/XVIII) und zuletzt noch ein­mal im Okto­ber die­ses Jah­res bekräf­tigt. Seit 2008 wurde in Inter­es­sen­be­kun­dungs- und Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren durch die Finanz­be­hörde ver­sucht, einen neuen Nut­zer für die Amsinck-Villa zu fin­den. Zwei von der Finanz­be­hörde favo­ri­sierte Höchst­bie­ter, die den ört­li­chen Gre­mien 2008 und im Februar 2011 vor­ge­stellt und hier­kri­tisch gese­hen wur­den, ent­pupp­ten sich im Nach­hin­ein als unge­eig­net. Die Villa stand wei­ter lee­rund der Ver­fall des Gebäu­des schritt voran.

Im April 2012 schien dann mit der Rudolf-Bal­lin-Stif­tung ein Nut­zer mit einem Kon­zept, wel­ches den­be­zirk­li­chen Vor­ga­ben ent­spricht, gefun­den zu sein. Die Stif­tung ermit­telte auf eigene Kos­ten in einem Gut­ach­ten den aktu­el­len Sanie­rungs­be­darf der Villa, der bei rund 2,8 Mio. Euro lie­gen soll.Daraufhin sah sich die Stif­tung nicht mehr in der Lage, die geplante Nut­zung wirt­schaft­lich alleine zutra­gen. Für eine wirt­schaft­li­che Nut­zung besteht dem­nach eine Kos­ten­lü­cke von rund einer Mio.Euro.

Die Eims­bütt­ler Kom­mu­nal­po­li­tik hat stets die Bedeu­tung der his­to­ri­schen Villa für den Stadt­teil und­den Bezirk betont und sich für eine Nut­zung ein­ge­setzt, die der Lage und der öffent­li­chen Bedeu­tung des his­to­ri­schen Gebäu­des ent­spricht. Der durch lang­wie­rige Aus­schrei­bungs-pro­zesse und nichtrea­li­sierte Nut­zungs­kon­zepte ent­stan­dene zusätz­li­che Sanie­rungs­stau sollte nicht zu Las­ten eines Erhalts, einer Sanie­rung und einer stadt­teil­ver­träg­li­chen Nut­zung der Amsinck-Villa gehen.

Beschluss­vor­schlag

Der Regio­nal­aus­schuss Lok­s­tedt möge zur Wei­ter­lei­tung an die Bezirks­ver­samm­lun­gEims­büt­tel beschließen:

Die Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel ist bereit maxi­mal 150.000 Euro für die Sanie­rung der Amsinck-Villa zur Ver­fü­gung zu stel­len, wenn damit die Gesamt­de­ckungs­lü­cke mit einem maxi­ma­len Anteil der bezirk­li­chen Mit­teln von 15/100 gedeckt wird und unter den Bedin­gun­gen, dass1) aus Lan­des­mit­teln ent­spre­chende zusätz­li­che Mit­tel zur Deckung der Finan­zie­rungs­lü­ckebe­reit­ge­stellt werden,

2) der Bezirks­amts­lei­ter und die Finanz­be­hörde prü­fen, ob ander­wei­tige Mit­tel vor­ran­gig für die Sanie­rung (bei­spiels­weise För­de­run­gen aus Bun­des­mit­teln oder der Deut­schen Stif­tung Denk­mal­schutz) gewon­nen wer­den kön­nen, und sich ggf. darum bewer­ben und

3) die Rudolf-Bal­lin-Stif­tung oder ein ande­rer Inves­tor die rest­li­chen Sanie­rungs­kos­ten trägt und ein­Nut­zungs­kon­zept ent­spre­chend den Beschlüs­sen des Regio­nal­aus­schus­ses Lokstedt/​ der BV Eims­büt­tel umsetzt.Die Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel reser­viert hier­für bis zum 30. Juni 2013 150.000 Euro inves­tive Mit­tel für die Sanie­rung der Amsinck-Villa.

Die Ver­wal­tung wird gebe­ten, den Regio­nal­aus­schuss Lok­s­tedt monat­lich über den wei­te­ren Ver­lauf zu unterrichten.

Rüdi­ger Rust, Marc Schem­mel und SPD-Fraktion
Andreas Rei­chel und GRÜNE-Frak­tion Eimsbüttel
Klaus Krü­ger und FDP-Fraktion
Rüdi­ger Kuhn und CDU-Fraktion
Zaklin Nastic und Frak­tion DIE LINKE