Eine Zukunft für den Künst­ler­hof in der Sil­lem­straße 48 a + b

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG des Mit­glieds der Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel, Ernst Chris­tian Schütt (SPD-Frak­tion)

Die Kleine Anfrage wird wie folgt beant­wor­tet:

Sach­ver­halt
Gemischte Struk­tu­ren mit viel­fäl­ti­gen Nut­zer­grup­pen machen Quar­tiere leben­dig und inter­es­sant. Dies gilt auch und gerade für die Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft. In der Sil­lem­straße 48a + b im Stadt­teil Eims­büt­tel hat sich in den letz­ten gut zehn Jah­ren ein Künst­ler­hof ent­wi­ckelt, der im Stadt­teil – nicht zuletzt wegen der vie­len Ver­an­stal­tun­gen und Mit­ma­ch­an­ge­bote – sehr beliebt ist. Aller­dings wur­den für die in dem Gebäude befind­li­chen Ate­liers und Werk­stät­ten aus­schließ­lich befris­tete Miet­ver­träge ver­ge­ben, so dass das wei­tere Bestehen des krea­ti­ven Kol­lek­tivs an dem Stand­ort unge­wiss ist.

Die Bezirks­ver­samm­lung Eims­büt­tel hat sich in der letz­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode für den Erhalt des Künst­ler­ho­fes ein­ge­setzt. Mit der Druck­sa­che – 20–3312 wurde der Bezirks­amts­lei­ter gebe­ten, einen Run­den Tisch „Künst­ler­ko­lo­nie Sil­lem­straße 48a“ ein­zu­rich­ten, der das Ziel ver­folgt, eine dau­er­hafte Lösung für die Künst­ler­gruppe im Stadt­teil zu fin­den. Der Runde Tisch sollte sich aus Ver­tre­tern der Künst­ler­ko­lo­nie, der Ver­wal­tung und der Bezirks­po­li­tik zusam­men­set­zen und hat sich am 3. April 2019 im Bezirks­amt erst­mals zusam­men­ge­fun­den.

Mit der Druck­sa­che – 20–3718 wurde der Bezirks­amts­lei­ter gebe­ten, die Flä­che Sil­lem­straße 48 a + b aus dem Woh­nungs­bau­pro­gramm her­aus­zu­neh­men. Sollte das Grund­stück zum Ver­kauf ste­hen, wurde die Vor­sit­zende der Bezirks­ver­samm­lung gebe­ten, den Senat auf­zu­for­dern, sich um den Erwerb der Flä­che zu bemü­hen. Gut die Hälfte der Hof­flä­che ist zum März 2020 ent­mie­tet und für die übrige Hälfte besteht noch ein Miet­ver­trag bis 2026.

Aus die­sem Grund frage ich den Bezirks­amts­lei­ter:

1) Ist eine Fort­füh­rung des Run­den Tisches Künst­ler­hof Sil­lem­straße 48 a + b geplant?
a) Wenn ja, wann?
b) Wenn nein, warum nicht?

Eine Fort­füh­rung des Run­den Tisches ist sei­tens des Bezirks­am­tes der­zeit nicht geplant und wurde auch beim Run­den Tisch am 03.04.2019 nicht ver­ein­bart. Der Runde Tisch hat die Ver­ein­ba­rung getrof­fen, dass die Kon­takt­da­ten der Teil­neh­men­den aus­ge­tauscht wer­den (erfolgt am 03.04.2019) und es die Mög­lich­keit der gegen­sei­ti­gen Kon­takt­auf­nahme gibt. Der Künst­ler­hof Sil­lem­straße hatte im Fol­gen­den mehr­fach die Teil­neh­men­den zu sich ein­ge­la­den.

2) Ist die mit Druck­sa­che – 20–3718 erbe­tene Her­aus­nahme der Flä­che Sil­lem­straße 48 a/​b aus dem Woh­nungs­bau­pro­gramm erfolgt?
Wenn nein, warum nicht?

Das Eims­büt­te­ler Woh­nungs­bau­pro­gramm 2018/2019 und die Poten­zi­al­flä­chen 2019 sind am 13.12.2018 mit dem Beschluss 20–3344 von der Bezirks­ver­samm­lung mit der Flä­che Sil­lem­straße 48 beschlos­sen wor­den.
Mit dem BV-Beschluss 20–3741 Künst­ler­ge­mein­schaft in der Sil­lem­straße 48 schüt­zen, ist der Bezirks­amts­lei­ter auf­ge­for­dert wor­den, die Flä­che aus dem Woh­nungs­bau­pro­gramm her­aus­zu­neh­men. Somit ist die Flä­che nicht mehr Bestand­teil des Woh­nungs­bau­pro­gramms des Bezirks und ist im aktu­ell in der Erar­bei­tung befind­li­chen Woh­nungs­bau­pro­gramm 2020 nicht ent­hal­ten.

3) Wur­den von Sei­ten der öffent­li­chen Hand Anstren­gun­gen unter­nom­men, die betref­fen­den Räum­lich­kei­ten zum Erhalt des Künst­ler­ho­fes zu erwer­ben?
Beant­wor­tung der Frage siehe Ant­wort Nr. 3 d).

a) Wurde vom Bezirk ein ent­spre­chen­der Wunsch an die zustän­dige Fach­be­hörde her­an­ge­tra­gen?
Ja. Die BSW wurde über die Druck­sa­chen 20–3720 und 20–3741 infor­miert.

b) Ist dem Bezirks­amts­lei­ter bekannt, ob beim LIG die Bereit­schaft besteht, sich um einen Erwerb der der­zeit von den Mit­glie­dern des Künst­ler­hofs Sil­lem­sa­la­bim in der Sil­lem­straße 48 a + b genutz­ten Räumlichkeiten/​ Flä­chen zu bemü­hen?
Wenn ja, gibt es die Bereit­schaft?
Dem Bezirks­amt sind keine Ver­kaufs­ab­sich­ten des Eigen­tü­mers bekannt. Die­ses ist Vor­aus­set­zung für einen mög­li­chen Erwerb der Flä­che.

c) Wie beur­teilt das Bezirks­amt die Mög­lich­kei­ten, die vom Künst­ler­hof Sil­lem­sa­la­bim genutz­ten Räum­lich­kei­ten im Rah­men einer Öffent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schaft (ÖPP) zu erwer­ben?
Die Mög­lich­kei­ten den Künst­ler­hof im Rah­men einer Öffent­lich-Pri­va­ten Part­ner­schaft zu erwer­ben, wur­den nicht geprüft, da das Grund­stück der­zeit nicht zum Ver­kauf steht.

d) Besteht für die Immo­bi­lie ein bevor­zug­tes Kauf­recht (Rückkaufrecht/​Vorkaufsrecht) zuguns­ten der Stadt?
Wenn ja, wel­ches und wel­che Bedin­gun­gen gel­ten dafür?

Für das Grund­stück Sil­lem­straße 48 a + b besteht für die Freie und Han­se­stadt Ham­burg der­zeit keine recht­li­che Grund­lage ein Vor­kaufs­recht aus­zu­üben.

4) Erge­ben sich aus der im April 2018 in Kraft getre­te­nen „Sozia­len Erhal­tungs­ver­ord­nung Eims­büt­tel, Hohe­luft-West, Stel­lin­gen-Süd“ recht­li­che Mög­lich­kei­ten für einen Erhalt der des Künst­ler­ho­fes in der Sil­lem­straße 48 a + b?
Wenn ja, wel­che?

Aus der Sozia­len Erhal­tungs­ver­ord­nung erge­ben sich keine recht­li­chen Mög­lich­kei­ten den Künst­ler­hof zu schüt­zen. Da gewerb­li­che Nut­zung nicht dem Schutz der Sozia­len Erhal­tungs­ver­ord­nung unter­lie­gen.

5) Wie stellt sich die aktu­elle pla­nungs­recht­li­che Situa­tion der Flä­che Sil­lem­straße 48 a + b dar?
Für das Flur­stück gilt der Bau­stu­fen­plan Eims­büt­tel- Hohe­luft-West (1955) mit den Fest­set­zun­gen Woh­nen, 4‑geschossig, geschlos­sene Bau­weise.

6) Ist dem Bezirks­amt – zum Bei­spiel anhand der Grund­buch­ein­träge – die genaue Eigen­tü­mer­struk­tur bekannt und ist ein per­sön­li­cher Kon­takt zu den Eigen­tü­mern her­ge­stellt wor­den?
Ja und mit dem Eigen­tü­mer wurde ent­spre­chen­der Kon­takt auf­ge­nom­men.

7) Wel­che Mög­lich­kei­ten hat das Bezirks­amt Eims­büt­tel bzw. sind dem Bezirks­amt Eims­büt­tel bekannt, inter­es­sier­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern an ande­rer Stelle in Eims­büt­tel Aus­weich­flä­chen anzu­bie­ten und sind dem Bezirk sol­che mög­li­chen Flä­chen bzw. Räum­lich­kei­ten bekannt?
Dem Bezirks­amt sind keine Aus­weich­flä­chen bekannt, die den inter­es­sier­ten Künst­le­rin­nen und Künst­lern ange­bo­ten wer­den kön­nen.